Winterwanderung

Am 27.01.2019 trafen wir uns zu unserer 1. Veranstaltung im neuen Jahr an unserem Vereinshaus. Trotz des ziemlich unbeständigen Wetters hatten sich jedoch viele Mitglieder auf den Weg gemacht, um gemeinsam zu wandern. Als Wanderziel suchten wir uns in diesem Jahr ein Waldstück in Büdesheim aus, das den klangvollen Namen „Brand Holz“ trägt. Nach einer kurzen Begrüßung durch unseren 2. Vorsitzenden, Uli Paul, ging es zunächst in Fahrgemeinschaften zu dem besagten Waldrand. Von dort begann die Wanderung in Richtung Karben.
Schon nach einer kurzen Wanderstrecke sahen wir am Rand des Waldweges eine riesige aus Holz gefertigte Ameise. 
Sie steht dort stellvertretend für die als gefährdete Tierart eingestufte „Rote Ameise“,  ein nützlicher Helfer im Wald. Sie stärkt das ökologische Gleichgewicht als Gesundheitspolizei, Schädlingsbekämpfer, Bodenbildner und gleichzeitig als Samenverbreiter. Insofern ist es selbstverständlich, dass die Forstwirtschaft auf den Schutz dieser Tierart aufmerksam macht. Neben einer Schautafel sahen wir einen eingezäunten Ameisenhaufen, der dazu dient, dem Wanderer einen Eindruck zu vermitteln, wie kunstvoll ein solcher Haufen von den kleinen Lebewesen angelegt wird. Ameisenhügel lässt man jedoch in der Regel offen. Dies ist wichtig, da im Winter Spechte auf Ameisen als Futter angewiesen sind.

Vögel ließen sich an diesem Vormittag keine blicken. Dafür berichteten Daniela und Holger Dressel, die  45 Nistkästen im Gebiet „Brand Holz“ betreuen,  von ihrer Arbeit. Kürzlich wurde von beiden eine Kontrolle der Kästen durchgeführt, um einen Überblick über die in der letzten Saison gebrüteten Vögel zu erhalten. Hauptsächlich wurden die Nistkästen, so berichtete Holger Dressel, von Meisen belegt, aber er freute sich, dass er auch 10 Kleibernester entdecken konnte.
Beim Ausräumen der Nester war jetzt Arbeit angesagt, denn die Eigenart des Kleibers ist es, den Eingang der Nistkästen bis auf ein kleines Loch von nur 3 bis 4 cm mit Lehm zuzukleben, um anderen vermeintlichen Eindringlingen den Zugang zu verwehren.  Ein Spatel musste zum Einsatz kommen, um die Lehmschicht wieder zu entfernen, damit der Nistkasten in der nächsten Saison auch wieder von anderen Vögeln besetzt werden kann.
Angekommen an einer Schautafel mit einem Waldfenster, bei dem der Hessische Löwe einen Durchblick auf den Wald gibt, war auf dieser zu lesen, dass man sich auf dem längsten Pfad der Nachhaltigkeit Hessens befand, der einen Teil der Bonifatius-Route in der Wetterau bildet. Insgesamt gibt es zehn solcher Waldfenster.
Nach der Wanderung stärkten wir uns im Vereinshaus bei Eintopf und Würstchen, beobachteten dabei die gefiederten Freunde durch die Fensterscheiben auf dem Vereinsgelände, die sich zahlreich an Futterhäuschen, -waben und Meisenknödeln labten, bevor ein jeder von uns sich anschließend auf den Heimweg begab.
Es war eine schöne Wanderung durch ein Gebiet, das viele noch nicht kannten und so wertvolle Informationen mit nach Hause nehmen konnte. Petrus meinte es gut mit uns, denn außer nur wenigen Regentropfen unterwegs konnten die mitgenommenen Regenschirme geschlossen bleiben.

 

 

 


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